Seelenurlaub: Wwoofen bei Lamasté (NÖ)

Es ist Corona-Zeit. Bald können wir hoffentlich mit unseren Leckereien wieder ausfahren und Menschen auf Street Food Märkten oder veganen Events wieder kulinarisch verzaubern. Doch der Shutdown dauert an und größere Veranstaltungen werden wahrscheinlich erst ab August bzw. September wieder kommen. Also sind wir auf die Idee gekommen die Corona-Zeit zu nutzen und „wwoofen“ zu gehen.

Und was ist „Wwoofen“?

Ganz simpel erklärt: Gegen 3-4 stündige Arbeit pro Tag auf einem biologischen Hof bekommt man Unterkunft und Essen. Doch Wwoofen ist viel mehr: Es ist das Eintauchen in eine andere Welt, das Kennenlernen von neuen Projekten, das Lernen, wie es andere machen und der Austausch mit spannenden Menschen.

Wwoof bedeudet „World Wide Opportunities on Organic Farms“. Wwoof ist ein weltweites Netzwerk, welches Höfe und Helfer miteinander verbindet.
Die Seite für Österreich ist www.wwoof.at


Wir fahren nach Lamasté

Das Schöne auf der Wwoof-Website ist, dass man auch nach nur veganen Betrieben suchen kann. Also haben wir – mein Freund und ich – die Höfe auf der Website durchgesehen und „Lamasté“ ist uns besonders ins Auge gesprungen.
2003 hat Markus Kernbichler – der Gründer von Lamasté – mit Lamawanderungen im schönen Wienerwald begonnen. Mittlerweile ist der Betrieb zu einer der weit über die Grenzen Pfaffstättens hinaus bekanntesten sozialpädagogischen Einrichtung für verschiedene Outdoor- und tiergestützte Aktivitäten geworden.

Neben den ganzen Tätigkeiten macht Markus auch Musik. Den folgenden Song im Video
hat er für sein Lebensprojekt selbst geschrieben. Das Video zeigt einen Einblick in die Welt von Lamasté.

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Freiheit & Unabhängigkeit

Ganz diesen Charme versprüht dieser Fleck Erde. Nicht nur wegen den entspannten Menschen, die sich dort über das Leben erfreuen, sondern auch weil die Unabhängigkeit ein wichtiger Faktor ist. So zum Beispiel wird der selbst gebaute Zirkuswagen und das restliche Areal nur mit Photovoltaik-Strom betrieben und im Winter wird dieser nur mit Holz beheizt.
Auch eigenes Wasser steht zur Verfügung. Denn Markus hat zwei Brunnen graben lassen, um so sich, seine Tiere und den wundervoll angelegten Garten zu versorgen. Dort wachsen nämlich die verschiedensten Sorten, die langfristig auch eine komplette Selbstversorgung ermöglichen sollen.

Wwoofen bei Lamasté

Eine junge Linzer Unternehmerin nützte die nach-Corona Zeit, um mit ihrem Freund eine Woche auf unserem Hof zu verbringen und dabei viel über unsere Arbeit und unsere Erfahrungen aus 17 Jahren Lamasté zu lernen. Dieses Interview ist die Zusammenfassung ihrer Eindrücke aus dieser Zeit.

Gepostet von Lamasté Lamatrekking am Montag, 8. Juni 2020
Hier ein Interview, wo mich Markus über das „Wwoofen“ befragt hat.

Lamawanderung, Privatkonzert und Kirschen essen

Was wir alles so erlebt haben

Gleich als wir ankommen, empfängt uns Markus freundlich und zeigt uns in Ruhe das ganze Areal. Erster Stop ist die gemütliche Outdoorküche, wo sich bereits freiwillige Helfer und Praktikanten gemütlich auf einen Kaffee getroffen haben und sich munter austauschen.
Weiter über die Weidenwege geht es direkt zu den Lamas, die gemeinsam mit Kühen und Ziegen sich das saftige Grün der Wiese schmecken lassen. Wir genießen den Anblick, wie die Tiere friedlich miteinander umgehen und einfach nur ihr Leben genießen.
Weiter geht’s auf unserer Tour und wir gelangen zu einem prall gefüllten Kirschbaum mit Kirschen so dunkel und saftig, dass wir gleich einmal gute ein bis zwei Stunden an diesem herrlichen Platz verbringen und uns unsere Mägen vollschlagen.

Auch die nächsten Tage leben wir einfach total im Jetzt. Einfach nur die Natur und die Tiere um sich herum haben. Auch all die interessanten Gespräche mit Markus inspirieren und erweitern unseren Horizont. Umso mehr freuen wir uns als uns Markus dann auch noch zu seiner Bandprobe einlädt.
Mit zwei Bandmitgliedern sitzen wir also in Markus‘ Wohnzimmer und lauschen den wunderbaren Gitarren- und Basssounds. Auch zum Mitsingen werden wir motiviert und haben einfach eine Riesenfreude an diesem musikalischen Highlight teilhaben zu können.

Der nächste Morgen beginnt und auf unserem Plan steht nachmittags ein Lamatrekking. Also beschließen wir noch den Vormittag zu nutzen und setzen zu dritt den Kompost um. Markus weiß durch seine jahrelange Erfahrung ganz genau, wie man aus Kompost eine wirklich feine Gartenerde zaubert und so nimmt er sich auch ausführlich Zeit und verrät uns all seine Tricks und Tipps.
Selbst beim Mist schaufeln vergeht die Zeit so schnell, dass nun schon die Wandergruppe voller Vorfreude vor dem Zirkuswagen steht und bereit für den Ausflug ist.
Die Lamas gehalftert und schon wandern wir gemeinsam mit den Tieren durch die Landschaft. Über die Waldwege gelangen wir zu den Fledermaushöhlen Pfaffstättens, wo wir unseren Lamas kurz eine Pause gönnen und Markus uns eine kleine lehrreiche Führung gibt.

Auch zum Qi Gong werden wir von Markus‘ besten Freund Andi eingeladen, denn wöchentlich finden dort unterschiedlichste Workshops statt. Von Kräuterwanderungen bis zu Flechtkursen. Mehr Infos findet ihr auf der Website.

Die Tage gestalten sich unterschiedlich. Meist treffen wir uns irgendwann vormittags in der Freilandküche, wo wir uns dann alle gemeinsam ein leckeres rohveganes Frühstück machen und dann besprechen, was heute so auf dem Plan steht. Das Wunderbare an der ganzen Sache ist, dass Markus auch Rohköstler ist und so können wir die ganze Woche zusammen vegane Rohköstlichkeiten schlemmen und unsere Mahlzeiten auf irgendeinem schönen Fleckerl zelebrieren.

Vegane Labstation

Apropos Essen: Ein weitere Besonderheit an Lamasté ist, dass es sogar eine eigenes veganes Outdoor-Restaurant gibt. Die Lamasthék – nicht nur vegan – sondern vollgan – also vollwertige vegane Kost mit Obst und Gemüse aus den eigenen Beeten. Auch der Verzicht von raffinierten und industriell verarbeiteten Produkten entspricht ganz der nachhaltigen Philosophie von Lamasté. Mit Blick übers Wiener Becken kann man gemütlich sein Essen in selbst gebauten Möbeln oder auch in der Hängematte genießen.

Die Lamasthék Öffnungzeiten:
April – Ende Juni
September – November

SA & SO 8:00 – 21:00
Juli – August
SA & SO ab 17:00
(Aufgrund von Covid-19 leider derzeit geschlossen)

Auch auf der Genussmeile Thermenregion Wienerwald ist die Lamasthék ganze zwei Wochen vertreten.


Wwoofen ist eine wahnsinnig bereichernde Erfahrung, die ich echt jeden empfehlen kann. Auf der Seite www.wwoof.at findest du alle Höfe, die in Österreich mitmachen. Für jedes Land gibt es eine eigene Website.
Die Website von Lamasté und der Lamasték findest du unter www.lamaste.at


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